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Lebensmittelscanner

Wie viele Nährstoffe enthält der grüne Smoothie vom Food Truck? Wie süß sind die Trauben beim Obsthändler? Und wie viel Wasser steckt wirklich in einer Salatgurke? Solche Fragen kann jeder bald selbst beantworten – dank einer neuen OSRAM-Technologie.

Die Revolution sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus. Sie ist grau und hat die Größe einer Streichholzschachtel, auf der Oberfläche schimmert ein blauer Knopf. Udo Jansen hält den Apparat vor das Untersuchungsobjekt, vor ihm auf dem Tisch leuchtet das Display seines Smartphones auf. Kalorien des Objekts: 60 kcal. Kohlenhydrate: 13 g. Wasser: 85 g.

Jansen legt die Zwetschge beiseite, die er gerade mit dem kleinen Gerät namens SCiO gescannt hat. Er arbeitet im Geschäft mit den optischen Halbleitern von OSRAM. Dort haben sie viel Zeit mit dem Gerät verbracht. „Wir haben es mit allem Möglichen getestet“, sagt Jansen. „Es funktioniert.“

„In Zukunft sind auch kleinere Sensoren denkbar, die direkt in Smartphones eingebaut werden können.“

Udo Jansen

Wie viele Kalorien hat eine Schokolade? Wie viele Nährstoffe finden sich in einem Apfel? Das lässt sich im Supermarkt oder im Restaurant oft nur schwer erkennen. Lebensmittelanalysen sind aufwendig, eine Sache für Labore. Dem Endverbraucher bleibt nur, den Angaben von Herstellern und Händlern zu vertrauen. Zeitgemäß ist das nicht. Der Kunde ist ein neugieriger König, er studiert das Kleingedruckte der Verpackungsbeilage und kennt sich bestens aus mit Vitaminen, Ballaststoffen und Zusatzstoffen. Der Kunde fordert Transparenz und kann diese in Zukunft selbst schaffen, indem er eigenhändig misst.

Die neue Technologie ergänzt das sogenannte Biomonitoring, den Trend, die eigenen Körperwerte zu ermitteln und über sie Buch zu führen: Blutdruck, Puls, Gewicht, Körperfettanteil. Der moderne Mensch will gesund leben. Wer genau auf seinen Körper achtet, achtet selbstverständlich auch genau darauf, was er isst.

OSRAM hat die weltweit erste breitbandig emittierende Infrarot-LED entwickelt. Abnehmer ist die israelische Firma Consumer Physics, die sie in einem Gerät mit dem Namen SCiO verbaut hat und einen neuen Bereich der Consumer Electronic erschließen will. Ein Wachstumsmarkt, entsprechend groß sei das Interesse an der Technologie, erzählt Jansen: „Die Konkurrenz arbeitet an eigenen Geräten.“

Infrarotspektrometer nutzen dabei einen für Menschen unsichtbaren Anteil des Lichts. Ein Sensor fängt diese Wellen auf, ihr Muster wird in einer Datenbank abgeglichen. So lässt sich erkennen, welche Moleküle bestrahlt wurden, woraus das Objekt besteht – quasi ein chemischer Fingerabdruck.

Um das Muster beziehungsweise das Spektrum auswerten zu können, verbindet sich der SCiO-Scanner über Bluetooth mit dem Smartphone. Per App gibt der Nutzer an, welcher Art das untersuchte Objekt ist, zum Beispiel Gemüse oder Fleisch. Eine Hilfe für die Online-Datenbank, um aus unzähligen Mustern das richtige zu finden. Damit der Scan funktioniert, muss man nah an die Lebensmittel herangehen und das Messobjekt mit einem blauen Ziellicht ins Visier nehmen. Die eigentliche Messung erfolgt dann durch das breitbandige Infrarotlicht, das über einen eigens entwickelten Phosphorkonverter erzeugt wird.

Zusätzlich kann das Gerät auch Medikamente kontrollieren und gestreckte oder gefälschte Heilmittel erkennen. Mit zunehmender Entwicklung dürfte die Technologie für weitere Anwendungsgebiete interessant werden. Sicherheitskräfte könnten verdächtige Substanzen vor Ort einem Schnelltest unterziehen. Ein Sensor im Auto könnte die Qualität des Benzins überprüfen, das man gerade tankt. Im Großen wie im Kleinen hilft der SCiO-Scanner mit seiner breitbandigen Infrarot-LED also den Menschen, für einen besseren, gesünderen und nachhaltigeren Lebensstil zu sorgen.

Während Jansen den Scanner zurück in eine Schachtel legt, sagt er: „In Zukunft sind auch noch kleinere Sensoren denkbar, die dann direkt in Smartphones eingebaut werden können.“ Ein Infrarotspektrometer, klein wie eine Handykamera. Es wäre die nächste Revolution.

Udo Jansen

Product Marketing Infrared Components bei OSRAM Opto Semiconductors in Regensburg.

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