Jetzt ist Julia im zweiten Lehrjahr und bereitet sich gerade auf die Zwischenprüfung vor. Sie bereut es nicht, sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden zu haben. „Im Büro zu arbeiten, kommt für mich nicht infrage. Da sitzt man von morgens bis abends vor dem Computer. Ich wollte gerne einen abwechslungsreichen Beruf, bei dem ich viele unterschiedliche Dinge tun kann – mal an der Werkbank, mal am Rechner. Ich mag auch nicht so gerne lange sitzen, deshalb war es mir wichtig, dass ich bei meinen Tätigkeiten auch stehen und herumlaufen kann.“

Lernen im geschützten Raum

Industriemechaniker sind für die Wartung, Instandhaltung und Montage der technischen Systeme bei OSRAM zuständig. „Wir sorgen außerdem dafür, dass die Betriebsanlagen laufend an die veränderten Bedingungen angepasst werden.“ Das erste Lehrjahr hat die 18-Jährige – wie alle technischen Azubis bei OSRAM – in der hauseigenen Lehrwerkstatt verbracht. Die war passend zu Julias Ausbildungsstart eröffnet worden.

Die 300 Quadratmeter große Werkstatt ist in je einen Bereich für Elektro- und Metallberufe unterteilt. Neben Industriemechanikern erlernen dort auch Elektroniker für Betriebstechnik, Industrieelektriker sowie Maschinen- und Anlagenführer ihr Handwerk. Es gibt außerdem hochmoderne Labor- und Programmierarbeitsplätze, an denen zum Beispiel die Fachinformatiker und Mechatroniker realistische Praxiserfahrungen sammeln können. Sogar die technischen Produktdesigner, die Industriekaufleute und die dualen Studenten für Maschinenbau und Elektrotechnik absolvieren hier zu Beginn ihrer Ausbildung sechs bis acht Wochen lang ihre Grundausbildung.

Die Lehrwerkstatt ist mit einer Reihe modernster Arbeitsplätze und Maschinen ausgestattet. „Hier können wir abseits des regulären Produktionsbetriebs üben und experimentieren“, sagt Julia. „Wir lernen das Arbeiten an der Werk- und der Drehbank, wir fräsen, feilen und bohren und bearbeiten verschiedene Materialien. Sogar einen Druckluftkolbenmotor haben wir gebaut. Man bekommt zwei Mappen, in denen alle Werkstücke verzeichnet sind. Es gibt für jedes Teil eine Zeichnung mit den genauen Maßen und der Anleitung, wie man es herstellt.“

Durchblick in Mathe und Physik
Wenn die Zwischenprüfung geschafft ist, wird Julia die übrige Ausbildungszeit in verschiedenen Abteilungen verbringen. Sie ist die einzige Frau unter den sieben Industriemechanik-Azubis. Ein bis zwei Tage pro Woche ist sie in der Berufsschule, wo sie die theoretischen Kenntnisse erwirbt, die sie für ihre Arbeit braucht. „In Mathe und Physik sollte man schon ein wenig Durchblick haben, wenn man sich für diese Ausbildung entscheidet“, erklärt Julia. Für sie ist das kein Problem. „Diese Fächer haben mir schon in der Schule großen Spaß gemacht.“

Julia hofft, nach ihrer Ausbildung bei OSRAM übernommen zu werden. „Industriemechaniker sind vielseitig einsetzbar, um meine Zukunft mache ich mir keine Sorgen“, sagt sie. „Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, im Anschluss an die Ausbildung noch meinen Techniker zu machen.“ Aber jetzt konzentriert sie sich erst einmal auf die Zwischenprüfung und zwei weitere Jahre Ausbildung. Inzwischen hat Pferdefan Julia erfahren, dass OSRAM auch Produkte für Tiere herstellt. „Wir produzieren Leuchtstofflampen, die zum Beispiel Vögeln, Fischen oder Reptilien das Gefühl von Sonnenlicht geben. Und unsere Infrarotlampen spenden Hundewelpen, Ferkeln oder Hühnerküken Wärme.“ Schön, dass Julias Beruf, wenn auch indirekt, also doch mit Tieren zu tun hat.


“Industriemechaniker sind vielseitig einsetzbar, um meine Zukunft mache ich mir keine Sorgen.”

Julia Steinbacher
Auszubildende zur Industriemechanikerin

 

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